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Wie vermeide ich Mikroplastik?

Umweltschutz ist „in“. Nicht zuletzt dank Greta Thunberg und ihrer „Friday for Future“ – Bewegung findet Umweltbewusstsein glücklicherweise nun auch wieder in der Mitte der Gesellschaft statt. Sicherlich kann man, gerade auch aus wirtschaftlicher Sicht, über manche Vorschläge zur Vermeidung des CO2-Austoßes streiten. Ein Thema allerdings welches wir maßgeblich durch unser Einkaufsverhalten beeinflußen können ist zu verhindern dass Mikroplastik in die Umwelt gelangt.

Umweltverschmutzung, unsauberes Wasser, Abfall in den Weltmeeren und schwimmende Müllberge sind drängende Probleme unserer Zeit. Nicht wenige einst paradiesische Strände in Asien, der Karibik oder Afrika werden von Wellen von Müll heimgesucht. Innerhalb weniger Tage nach einem Wechsel der Strömung unter der Meeresoberfläche werden hunderte und aberhunderte Tonnen an von Menschenhand produziertem Abfall angeschwemmt. Verrottende Holzteile, Textilien und vor allem Verpackungen sowie Plastiktüten bilden den Großteil dieser „Müllschwemme“. Doch so ärgerlich und bestürzend der Anblick eines solchen Strandes auch sein mag, einer der gefährlichsten Aspekte bleibt dabei unsichtbar: Die Existenz des Mikroplastik.

Was ist Mikroplastik eigentlich?

Bei diesen winzigen Teilen von Abfällen, die mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind und im Trubel der Ozeane untergehen, handelt es sich um eines der gefährlichsten Nebenprodukte des globalen immensen Plastikverbrauchs. Per definitionem hat so ein Mikroteilchen einen Durchmesser von maximal 5 Millimetern, viele sind auch so klein wie Staubkörnchen.

Ursache der Entstehung ist der Verbrauch der Ressource Plastik in jeglicher Form. Ob als stabilere Tüte für den täglichen Einkauf im Supermarkt, als Verpackung von Obst, Gemüse und Fleisch oder sogar als unbekannter Inhaltsstoff in Shampoos, Waschmitteln und Weichspülern – Plastik ist in unserer modernen Welt omnipräsent. Plastik und ähnliche Kunststoffe dienen in vielen Produkten als Füllstoff, Bindemittel, Hauptmaterial oder Quellmittel, um Kunststoffen die gewünschte Festigkeit und/ oder Elastizität zu geben.

Plastikabfälle im Meer bedeuten häufig einen qualvollen Tod für dessen Bewohner

Wohin gelangt das Mikroplastik?

In Kosmetik- und Drogerieprodukten werden sehr kleine Plastikteilchen verwendet, diese werden beim Duschen, Waschen oder Spülen mit dem Abwasser in die Kläranlagen und von dort aus in Flüsse und Meere geleitet. Wegen der geringen Größe können die Teilchen nicht annährend vollständig herausgefiltert werden und gelangen so in großen Mengen in den Lebenskreislauf der Erde.

Mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Mikroplastik in Kosmetikprodukten

Endstation ist immer das Meer!Hier schwimmt Mikroplastik frei im Wasser herum und gelangt so in die Mägen von allen Meerestieren, vor allem der Planktonfresser. Wale und andere große Tiere sind besonders betroffen: Manche von ihnen haben mehrere Dutzend bis hundert Kilo Plastik im Bauch. Weil sie so nicht mehr genügend Platz mehr für Nahrung haben, verenden sie nach einer Zeit daran qualvoll durch Verhungern. Doch auch wenn Meerestiere nicht sterben, geht der gefährliche Kreislauf weiter.

Betrifft das Mikroplastik auch den Menschen?

Die Antwort ist eindeutig: Ja. Da der Mensch Fisch und andere Meerestiere verzehrt, gelangen die von diesen aufgenommenen Kunststoffteilchen in unseren Körper und werden dort aufgenommen. Die Teilchen sind meist so klein, dass sie mit dem Auge nicht feststellbar sind. Die genauen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sind noch nicht abschließend erforscht, aufgrund der fatalen Auswirkungen auf die maritime Tierwelt ist die Tendenz jedoch kaum zu verkennen.

Wie kann Mikroplastik vermieden werden?

An oberster Stelle steht die Vermeidung von Plastik und Kunststoffen, die biologisch kaum bis sehr schwer abbaubar sind und daher Jahrhunderte brauchen, um wieder in ihre Einzelteile zu zerfallen und den Kreislauf der Natur zu verlassen.

Plastik wird exzessiv in vielen Ländern verwendet, obwohl es außer der Verbrennung und Einschmelzung kaum einen Weg gibt, die gefährliche Ressource wieder loszuwerden. Die schwimmenden Inseln aus Müll auf dem Atlantik oder Pazifik, die eine Fläche von vielen Quadratkilometern haben, sind das beste Indiz dafür. Vermeiden Sie daher den Gebrauch und Kauf von Plastik und Kunststoffen, wo es nur geht.

Kosmetika und Drogerieprodukte

Viele herkömmliche Waren enthalten Mikro-Kunststoffe in größeren oder kleineren Mengen. Achten Sie auf zertifizierte Hersteller und garantiert plastikfreie Produkte. Ausserdem sollten Sie auf die Inhaltsstoffe der Artikel achten. Hier einmal eine Übersicht hinter welchen Namen sich Kunststoffe verbergen die schädlich für die Umwelt sind.

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Nylon-12
  • Nylon-6
  • Polyurethan (PUR)
  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyacrylat (PA)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polystyren (PS)
  • Polyquaternium (PQ)

Waschen und Putzen

Auch bei Wasch- und Putzmitteln ist der Anteil an plastik- und kunststoffhaltigen Artikeln hoch. Verwenden Sie einfach Essig zum Saubermachen und biologisch abbaubare Waschmittel für Ihre Kleidung, eine gute Alternative sind auch Waschnüsse.

Transport und Tüten

Diese Maßnahme ist wohl die, die am einfachsten zu realisieren ist. Verzichten Sie auf Tragetüten aus Plastik aus dem Supermarkt und verwenden Sie stattdessen solide Taschen aus festem Kunststoff oder Jutebeutel. Durch einen langen Gebrauch relativieren sich die ökologischen Kosten für die Herstellung und die Bilanz wird positiv. In vielen Supermärkten sind auch bereits wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel erhältlich.

Verpackungen bei Lebensmitteln

Viele Supermärkte gehen bereits teilweise mit guten Beispiel voran, doch hier ist noch viel Platz nach oben. Kaufen Sie vor allem Produkte, die nicht in Plastikpackungen abgepackt sind und nehmen Sie sie stattdessen einzeln mit nach Hause. Auch Mengenware wie Mehl, Linsen oder Erbsen können in sogenannten „Unverpackt-Läden“ in eigene Gläser oder Pappgefäße umgefüllt werden. So sparen Sie auf lange Sicht eine Mengen an umweltschädlichen Ressourcen ein und tragen Ihren Teil zur Verringerung des mikroskopisch kleinen Plastiks bei. Auch können Sie an der Fleischtheke im Supermarkt darum bitten dass die frische Wurst direkt in ihre mitgebrachte Tupperdose gepackt wird. Und auch der Coffe-to-go schmeckt sicherlich mindestens genau so gut wenn Sie diesen aus ihrem eigenen mitgebrachten Becher trinken.

Die oben genannten Punkte sind nur kleine Maßnahmen, die aber allesamt keine großen Einschnitte im Alltag darstellen. Wenn man zukünftig darauf achtet welche Artikel man verwendet und somit versucht Mikroplastik weitesgehend zu vermeiden wird es uns die Umwelt danken.

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