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Dubrovnik – die Perle der Adria

Nachdem bereits mein Reisebericht über Split auf großes Interesse gestossen ist, folgt heute ein weiterer Blogbeitrag zum Thema „Reisen“. Diesmal, pünktlich zur Ferienzeit und zum Ende der letzten Staffel „Game of Thrones“: Dubrovnik.

Die Perle der Adria

Dubrovnik, die Küstenstadt an der Adria, hat im Verlauf ihrer langen Geschichte viele Komplimente erhalten, die sich alle in Beinamen niedergeschlagen haben. “Die Perle der Adria” oder das “Paradies auf Erden” zieht das ganze Jahr über mit ihrer Mischung aus mediterranem Lebensgefühl, dem milden Klima und bedeutenden Kulturschätzen die Touristen an. Auf das ehemalige Ragusa hatten in der Vergangenheit mehrere Eroberer ein Auge geworfen. Sowohl Byzantiner als auch Venezianer haben ihre unverkennbaren Spuren im Stadtbild hinterlassen. Die Expansionsgelüste blieben nicht ohne Folgen. So musste Ragusa im Laufe seiner langen Geschichte etliche Plünderungen, Brände und Zerstörungen über sich ergehen lassen. Dabei ist es der Stadt aber stets gelungen, sich selbst wieder neu zu erschaffen. Heute sitzt eine junge, urbane Generation bei einem Milchkaffee im Schatten alter Ruinen und zeigt, wie sehr sich die geschichtsträchtige Stadt nach dem Zerfall Jugoslawiens zu einem hippen Hotspot entwickelt hat. Diese Mischung aus Tradition und Zukunft ist es, was den unwiderstehlichen Charme der Stadt in Kroatien ausmacht.

Dubrovnik von oben

Historische Schönheit mit bewegter Geschichte

Der heutige Name von Dubrovnik leitet sich aus dem slawischen Wort „dubrava“ ab, was soviel wie Eichenhain bedeutet. Der alte Name Ragusa stammt aus römischer Zeit und bezieht sich auf eine kleine Insel vor der Küste der heutigen Stadt, auf der um das dritte vorchristliche Jahrhundert herum eine kleine Siedlung entstanden war. Später zählte das Gebiet zum Römischen Reich und geriet während der Gotenkriege im Jahr 534 und 535 in den Mittelpunkt, da der oströmische Feldherr Belisar von diesem Gebiet aus strategische Operationen durchführte. Die Neuordnung des Römischen Reiches im 6. Jahrhundert machte aus Ragusa in den Jahren 550 bis 560 unter Justinian I. einen Bischofssitz mit Basilika. Der Bau stand auf dem Platz der heutigen Kathedrale. Als die Stadt Epidaurum infolge der Slaweneinfälle im 7. Jahrhundert zerstört wurde, siedelte sich kroatische Stämme in der Gegend an. Dieser Zeitpunkt wird allgemein als Geburtsstunde der Stadt betrachtet. Diese Siedler bauten mehrere kleine Dörfer, die im Laufe der Zeit zu der Stadt wurden, die heute von den gewaltigen Stadtmauern Dubrovniks geborgen wird. Die ortsansässige romanische Bevölkerung vermischte sich rasch mit den hinzugekommenen Kroaten. Schnell wurde die Stadt an der Adria zu einem Handelszentrum, nicht zuletzt auch aufgrund der hervorragenden Bedingungen im Hafen. Die Bewohner liebten traditionell ihre Unabhängigkeit, standen jedoch unter dem Schutz von Byzanz. Während der Kreuzzüge geriet die Stadt unter die Herrschaft der Venezianer. Als selbstständige Republik Ragusa im 15. Jahrhundert regierten der von den Bürgern gewählte Senat und der Stadtrat. Ragusa schaffte 1416 als erster Stadtstaat in Europa die Sklaverei ab. Auch der Handel mit Sklaven wurde verboten und unter Strafe gestellt. Während des 16. Jahrhunderts galt die Stadt als wohlhabend, was sowohl am technologischen Fortschritt in der Schifffahrt als auch an einer effizient arbeitenden Handelsmarine lag. Als begehrter Handelspartner in Kontakt mit Nationen aller Welt, entwickelte sich bald der für die Stadt charakteristische Lebensstil. Geprägt von einem humanistischen Menschenbild konnten sich auch Künstler und Kreative in der Handelsmetropole dank zahlreicher Auftraggeber und Mäzene entfalten. Architektur, Malerei, Poesie und Literatur blühten an der Adria ebenso wie die Wissenschaften. 1667 zerstörte ein Erdbeben die Stadt. Unter der Herrschaft von Napoleon wurde die Republik Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst und zu einem Teil Dalmatiens. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr und Dubrovnik avancierte zum mondänen Urlaubsort. Auch als Bestandteil der Teilrepublik Kroatien in Jugoslawien nach 1945 wurde diese Entwicklung fortgesetzt und der Ort wurde zu einem der wichtigsten Ferienziele an der Adria. Die Altstadt gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Kroatienkrieg zwischen 1991 und 1995 wurde die Stadt belagert und durch massive Einschüsse erheblich zerstört. 114 Menschen kamen damals bei dieser Belagerung ums Leben. Heute blüht hier wieder der Tourismus, was viele gute Gründe hat.

Imposante Festungsanlagen und Sakralbauten

Die “Perle der Adria” ist einer jener Orte, an denen jeder Stein eine Geschichte zu erzählen weiß. Davon gibt ein Spaziergang durch die pittoreske Altstadt Zeugnis, denn hier ist jedes Gebäude nicht nur sehenswert, sondern auch von historischer und architektonischer Relevanz. Um sich einen Überblick über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu verschaffen, bietet sich zunächst eine Exkursion entlang der Stadtmauern aus dem Mittelalter an. Hier wurde die Kultserie “Game of Thrones” gedreht.

Fort Lovrijenac – Fans von Game of Thrones auch als „Roter Bergfried“ bekannt.

Auf gut zwei Kilometern befinden sich fünf Festungsanlagen und 16 Türme aus dem 13. Jahrhundert. Der Komplex mit seinen sechs Meter dicken und bis zu 25 Meter hohen Mauern zählt zu den besten erhaltenen Anlagen ihrer Art in Europa und ist das ganze Jahr über geöffnet. Der Eintritt ist frei, Zugänge gibt es neben der Festung Ivan unweit des Schifffahrtsmuseums sowie bei der St. Lukas Kirche und der Erlöserkirche. Ohnehin ist die sakrale Architektur mehr als nur einen Kirchenbesuch wert. In der Erlöserkapelle Sv.Spas beeindrucken Marmoraltäre, weiterhin gehören auf die Liste der sehenswerten Kirchen beim Reisen unbedingt der Dom der Mariä Himmelfahrt und die St. Blasius Kirche in der Nähe der Orlando Statue und der Spinozakirche. In der zwischen 1672 und 1713 erbauten barocken Kathedrale befindet sich das berühmte Gemälde “Mariä Himmelfahrt” des Meisters Tizian. Auch die Schatzkammer mit Reliquien diverser Heiliger gehört auf das Besichtigungsprogramm. Für die Schatzkammer muss Eintrittsgeld gezahlt werden. Raum zur Muße und zum Verweilen bietet der Kreuzgang des Franziskanerklosters. Doch auch andere Weltreligionen haben ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. So befindet sich hier ebenfalls eine der ältesten Synagogen Europas.

Spaziergang durch die Altstadt von Dubrovnik

In der Altstadt konzentrieren sich nahezu alle Sehenswürdigkeiten, die gut zu Fuß zu erreichen sind. Wer möchte, kann einfach durch die romantischen Gassen flanieren und sich treiben lassen. Hier und dort trocknet Wäsche an einer Leine über der Straße, aus den Küchen steigt der Duft aromatischer Kräuter auf, begleitet von der quirligen Kakofonie der Gespräche der Einheimischen. Da die Stadtmauer immer noch die gesamte Innenstadt umgibt, kann man sich hier geborgen wie in einer mittelalterlichen Siedlung fühlen. Wer aus der Neustadt kommt, betrifft die Altstadt in der Regel durch das Pile Tor.

Pile Tor

Hier geht der Blick auch zugleich auf die Minčeta Festung, die nicht nur als das Wahrzeichen der Stadt gilt, sondern ebenfalls einen herrlichen Rundumblick bietet. Auch die Bokar Festung, einst zur Verteidigung des Handelszentrums von der Seeseite aus errichtet, lohnt einen Besuch. Im Sommer finden hier regelmäßig Aufführungen im Rahmen des Festivals statt. Unmittelbar nach dem Stadttor befindet sich mit dem Onofrio Brunnen ein beliebter Treffpunkt der lokalen Jugend. Von dort aus geht es zum Stradun, dem pulsierenden Herz der Altstadt mit zahlreichen Cafes, Restaurants und Geschäften. Der Stradun mündet auf einen Platz, an dem mit der Kathedrale, der St. Blasius Kirche, dem Sponza Palast, dem Rectors Palast, den Glockentürmen und Orlandos Säule die Hauptsehenswürdigkeiten aus Mittelalter und Renaissance versammelt sind. Straßenkünstler bieten hier regelmäßig Vorstellungen. Im Labyrinth der engen Gassen ist es leicht, sich zu verlaufen. Dabei können nebenbei beim Reisen interessante Plätze entdeckt werden, die kein Reiseführer auflistet. Auch am Abend pulsiert das Leben in der Altstadt weiter. Zahlreiche Bar, Restaurants und Veranstaltungsorte laden zum Verweilen ein.

Strandvergnügen pur in der Neustadt von Dubrovnik

Das moderne Herz der Stadt wird geschützt von den Höhen des Berges Srđ. Neben dem Tourismus zählen Schiffbau und Seetransporte zu den Haupteinnahmequellen.
Der Hafen Gruž ist nicht nur Ziel für Frachter aus aller Welt, sondern auch eine beliebte Destination für Kreuzfahrtschiffe. Daneben legen hier Fähren zu den vorgelagerten Inseln ab und es finden sich Liegeplätze für private Jachten.

Kreuzfahrschiffe in Gruz

Mit Hilton, Excelsior, Rixos und Radisson sind im neuen Teil der Stadt alle großen internationalen Hotels vertreten, die Sehenswürdigkeit der Altstadt lassen sich jedoch von ihnen aus schnell zu Fuß erreichen. Von den Luxushotels aus bieten sich spektakuläre Ausblicke, die das Urlaubsvergnügen abrunden. Hotelstrände sind in der Regel mit einer blauen Fahne gekennzeichnet, was für eine internationale Zertifizierung hervorragender Wasserqualität und Sicherheit steht. Doch die öffentlichen Strände der Stadt haben nicht weniger zu bieten, auch sie sind schnell vom modernen und alten Zentrum aus zu erreichen.

Südlich von der historischen Altstadt liegt der flach abfallende, von Familien mit Kindern geschätzte Banje Strand. Direkt unterhalb der Stadtmauern befindet sich der Buza Strand. Felstreppen ermöglichen hier den direkten Zugang in kristallklares Adriawasser, der Strand ist besonders bei jungen Leuten beliebt. Vom Hafen aus dauert es 40 Minuten per Boot, um mit dem Sunj einen der schönsten Sandstrände Kroatiens zu erreichen. Im Sommer kann es hier sehr voll werden. Familien mit kleinen Kindern sollten daher besser auf die Halbinsel Lapad oder den Strand von Sv. Jakov ausweichen. Beliebt ist auch der Copacabana Strand im Viertel Babin kuk. Naturisten finden in der Umgebung der Stadt zahlreiche Möglichkeiten zum textilfreien Baden, vor allem im Dorf Plat etwa 12 Kilometer außerhalb.

Ausflugsziele in der näheren Umgebung

Vor der Küste liegen viele Inseln, Riffe und Felsen, die einst die Stadt vor beutelustigen Eroberern schützten. Heute sind die kleinen Inseln perfekte Nahausflugsziele und gut mit Fährbooten zu erreichen. Die meisten Inseln sind Teil der Elaphiti Gruppe, benannt nach den Hirschen, die dort in der Antike beheimatet waren. Die fünf Inseln werden aufgrund ihrer Ruhe und unberührten Natur mit sauberen Stränden, an denen Kiefern Schatten spenden, von der lokalen Bevölkerung geschätzt. Hauptattraktion bildet die unter Naturschutz stehende Insel Lokrum, deren Kirche laut der Legende von Richard Löwenherz erbaut wurde.

Direk vor den Toren Dubrovniks liegt die Insel Lokrum

Weiterhin lockt auf der Insel ein liebevoll gestalteter botanischer Garten und ein Salzsee, der an das Meer angebunden ist. Tagesziele sind die Kulturmetropole Split oder die beschauliche Kleinstadt Orebic, die für ihren Wein berühmt ist. Eine Entdeckungstour ist auch der Nationalpark Mlet sowie die 120 km entfernte Insel Korcula.

Sport und Freizeit in Dubrovnik

Unmittelbar in der Nähe der Altstadt liegt eine Marina mit Liegeplätzen für 360 Jachten. Wer lieber unter Wasser geht, findet an den Küsten ausgezeichnete Tauchreviere. Um die vorgelagerten Inseln können Schiffswracks genauso wie Korallen entdeckt werden. Viele Strände verfügen über Tauchzentren, in denen Tauchgänge und Kurse gebucht werden können. Wer dem Trubel der Adriaperle einmal den Rücken kehren möchte, nutzt hierfür am besten ein Pferd. 30 Kilometer südlich der Stadt liegt der Reiterhof Kojan Koral in dem Örtchen Popovici, der traumhafte Ausritte in die Umgebung anbietet. Auch Reittherapien werden angeboten. Im Stadtteil Babin kuk gibt es mehrere Tennisplätze, Angler finden an der Küste ebenfalls gute Reviere. Anbieter in der Stadt offerieren darüber hinaus Jeepsafaris, Klettertouren und Kanufahrten in der Umgebung. Auch wer die absolute Ruhe sucht, wird fündig. Viele Spas in der Stadt bieten eine Auszeit für Körper und Seele an

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